Der Weg der Vanille: Von der Pflanze zur Synthese
Bei diesem Experimentiertag geht es um die Synthese von Vanillin, sowie um die qualitative und quantitative Analyse von Vanille- und Vanillinzucker.
Details
In den Laboren des Departments für Chemie führen die Schüler*innen zwei Versuche durch:
1. Herstellung von Vanillin
Es werden weltweit pro Jahr ca. 2000 Tonnen Vanillefrüchte geerntet, woraus ca. 40 Tonnen Vanillin (natürlicher Aromastoff) gewonnen werden. Dazu werden zusätzlich ca. 12.000 Tonnen Vanillin (synthetischer Aromastoff) produziert, da der Bedarf nicht durch die Vanillefrucht abgedeckt werden kann. Für 1 kg synthetisches Vanillin fallen ca. 11 € an, während der Preis für 1 kg natürliches Vanillin bei 600 € liegt.
In der Natur kommen aromatische Verbindungen als (Poly-)Phenole (ein Aromat mit mindestens einer Hydroxygruppe) vor. Dazu gehört auch das Vanillin, das ein Aromat mit einer Hydroxy-, Methoxy- und Aldehydgruppe ist.
Das Lignin (Holzbestandteil) weist ein phenolisches Grundgerüst auf, welches ein komplexes hoch verzweigtes dreidimensionales Polymer darstellt. Es wird zur Herstellung von aromatisch-biobasierten Feinchemikalien verwendet. Im Labor synthetisieren die Schüler*innen Vanillin durch die kupferkatalysierte oxidative Spaltung von Ligninsulfonsäure.
2. Quantitative Bestimmung im Vanillinzucker
Für die Industrie ist es besonders wichtig, dass immer gleich viel Vanillin im Vanillinzucker landet. Dies wird immer wieder durch die Qualitätsanalyse überprüft. Neben einer Reihe hochtechnischer Lösungen ist es auch möglich, den Vanillingehalt durch Titration zu bestimmen.
Zielgruppe: Schüler:innen ab Stufe 10 (max. 24 Schüler*innen)
Fachbereich: Chemie
Dauer: 4 Stunden
Kosten: keine
Farben des Alltags
Was haben Softdrinks und Knicklichter gemeinsam? Wie kann man aus Kupfermünzen Gold machen? Und wie funktionieren Zaubertassen?
An unserem Versuchstag "Farben des Alltags" entdecken Schüler*innen die faszinierende Welt der Chemie hinter den Farben, die uns alltäglich umgeben. Beim Ausprobieren und Beobachten erleben sie, wie Chemie unseren Alltag farbenfroh gestaltet.
Details
Zu Beginn des Projekttages erhalten die Schüler*innen einen kurzen Überblick über Farbstoffe, die ihren Alltag begleiten sowie die vielfältigen Alltagsgebiete, in denen sie auf Farbstoffe treffen. Der erste Versuch beschäftigt sich dann mit Lebensmittelfarbstoffen in Form von Softdrinks. Dabei entfärben die Schüler*innen den im Softdrink enthaltenen Farbstoff Azorubin mithilfe von Natriumdithionit und können ihn anschließend in verschiedenen Farben fluoreszieren lassen. Die Farbänderung zeigt den Schüler*innen damit deutlich die chemische Reaktion auf und kann von ihnen leicht als solche begriffen werden. Wenngleich die verwendeten Chemikalien kein außerordentliches Gefahrenpotenzial aufweisen, ist eine Handhabung des übelriechenden Natriumdithionits in der Schule meist nicht möglich. Die Ausstattung der Universitätslabore ermöglicht diese.
Im weiteren Verlauf wenden sich die Schüler*innen dem "Vergolden" von Kupfermünzen zu und können somit einen weiteren ihnen gut bekannten Alltagsgegenstand im Rahmen chemischer Reaktionen neu kennenlernen. Sowohl die Beschichtung der Kupfermünze mit Kalilauge und Zink als auch das anschließende Legieren mit Messing im Bunsenbrenner sind zwar prinzipiell auch im Schullabor durchführbar, können jedoch dennoch in den Bereichen der Sicherheit und Praktikabilität von der Ausstattung der Universitätslabore profitieren.
Zum Abschluss erhalten die Teilnehmenden die Gelegenheit, einen thermochromen Farbstoff, den sie aus ihrem Alltag beispielsweise in der Form von Zaubertassen, aber auch einigen Fieberthermometern kennen, selbst darzustellen. Hierfür setzen sie Kupfer(I)-iodid mit Kaliumiodid und Methylnicotinat um und erhalten so einen fluoreszenten Farbstoff. Indem sie diesen abkühlen, können sie die Farbigkeit ihres Produkts dabei einstellen. Der Umgang mit diesen Stoffen ist in der Schule nicht sicher möglich, das schnelle Abkühlen des Farbstoffs mittels flüssigem Stickstoff ebenso nicht.
Indem die Schüler*innen in allen Teilversuchen entweder mit Alltagsgegenständen arbeiten oder Stoffe synthetisieren, die ihnen bereits aus dem Alltag vertraut sind, entsteht ein hoher, für die Teilnehmenden erkennbarer Alltagsbezug.
Zielgruppe: Schüler:innen der Stufen 7+8
Fachbereich: Chemie
Dauer: 4 Stunden
Kosten: keine
Genetischer Fingerabdruck
Bei diesem Experimentiertag geht es um das Thema „Genetischer Fingerabdruck“, also das DNA-Profil eines Individuums. Nach der Sicherheitsbelehrung und einer allgemeinen Einführung zu dem Thema führen die SchülerInnen das Verfahren des DNA Fingerprintig durch, das auch in der Forensik Anwendung findet.
Details
Dabei liegen die nicht codierenden Abschnitte einer DNA-Probe im Fokus. Im ersten Teil des Experimentiertages isolieren und reinigen die SchülerInnen zunächst die DNA. Anschließend können die SchülerInnen die DNA mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) vervielfältigen.
Die Unmengen der in der PCR hergestellten Kopien sind immer noch nicht mit bloßem Auge sichtbar. Um sie miteinander vergleichen zu können, müssen die DNA-Fragmente nach ihrer Länge sortiert werden. Dazu werden sie eingefärbt und auf ein Gel aus Agarose aufgetragen. Am Gel wird eine elektrische Spannung angelegt. Da jede isolierte DNA negativ geladen ist, wandert sie zum positiven Pol. Wird die Spannung abgestellt, bleiben die DNA-Stücke gleicher Länge an der Stelle im Gel liegen, zu der sie in dieser Zeit wandern konnten. Die DNA-Fragmente bilden so ein für jedes Individuum ganz bestimmtes Bandenmuster (genetischer Fingerabdruck), das die SchülerInnen unter UV-Licht erkennen können.
Die Ergebnisse werden anschließend im Forum dargestellt und diskutiert.
Die SchülerInnen sollten bereits Kenntnisse zu folgenden Begriffen haben: DNA-Struktur, Replikation, Polymerase-Kettenreaktion, Vererbungslehre
Zielgruppe: ab Stufe 9, wenn das Thema schon im Unterricht bearbeitet wurde
Fachbereich: Molekularbiologie
Maximale Schüler_innenzahl: 20
Dauer: 6 Stunden (8.30 -14.30 Uhr)
Kosten: keine
Wasserprojekt
Bei diesem Experimentiertag geht es um das Thema Sauberes Wasser. Nach einem interaktiven Einführungsvortrag (zu den Themen Sicherheit im Labor, Wasserverbrauch, Virtuelles Wasser, Abwasserproduktion usw.) bekommen die Schüler_innen eine konkrete Problemstellung: Reinigt ein Abwasser!
Details
Der Lösungsweg wird vollkommen offen gehalten. An einer Materialtheke stellen wir verschiedene Labormaterialien zur Verfügung, aus denen die Schüler*innen frei wählen können. Eigene Lösungsstrategien zu entwickeln, aus Fehlwegen zu lernen und natürlich der Spaß am selbständigen, freien Experimentieren, stehen dabei im Mittelpunkt des ersten Projektteils.
Im zweiten Teil werden "unsichtbare" Inhaltsstoffe des Schmutzwassers analysiert. Dann geht es an die Reinigung: Glukose muss mit biologischen Verfahren entfernt werden.
Beim Experiementieren im Wasserprojekt werden folgende übergeordnete Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern gefördert:
- "Untersuchungen und Experimente durchführen" (E5)
- "Untersuchungen dokumentieren" (K3); "Recherchieren" (K5), "Kooperieren und im Team arbeiten" (K9)
Im Wasserprojekt können folgende Inhaltsfelder kontextbezogen bearbeitet werden:
- "Ökosystem und Ressourcen" (Wasseraufbereitung, Schadstoffe und Grenzwerte, Nachhaltigkeit)
- "Stoffe und Stoffeigenschaften" (Trennverfahren von Stoffgemischen)
entnommen aus dem Kernlehrplan NRW Sek I Naturwissenschaften, Biologie, Chemie, Physik (2013)
Zielgruppe: Schüler_innen der Stufen 7-9
Fachbereich: Physik, Chemie, Biologie
Dauer: 4 Stunden
Kosten: keine
Klimaprojekt
Bei diesem Projekt gehen wir vielen Phänomenen rund um das Thema Klima auf den Grund. Wie entstehen Winde? Wie funktioniert der Treibhauseffekt? Wieso sind Pflanzen für unser Klima so wichtig? Was ist Sonnenstrahlung? Und was hat ein Pflanzenpollen mit dem Klima (der letzten 2 Millionen Jahre!) zu tun? Ein fächerübergreifender Experimentiertag mit spannenden Experimenten aus Physik, Biologie, Chemie und Geographie.
Details
Die Experimentierstationen im Überblick:
- Sonne und Strahlung: Mit Handspektroskopen werden unterschiedliche Lichtquellen untersucht und die Zusammensetzung des Lichts diskutiert.
- Jahreszeiten & Konvektion: Anhand des Einstrahlwinkels der Sonne untersuchen wir die Entstehung von Jahreszeiten. Die Konvektion von Wasser und damit die Entstehung von Meeresströmungen wird bei unterschiedlichen Temperaturen mit Farbstoff sichtbar gemacht.
- Treibhauseffekt: Bei diesem Versuch wird die Löslichkeit von Kohlenstoffdioxid in Wasser untersucht und in Zusammenhang mit dem Treibhauseffekt gestellt.
- Fotosynthese: Bei 2 Experimenten geht es um die Sauerstoff- und Stärkeproduktion von Pflanzen und deren Bedeutung für das Klima.
- Pollen als Klimaboten: Beim Mikroskopieren von Pflanzenpollen wird ihre Bedeutung für die Klimaforschung deutlich.
- Gewitter: Wie entsteht Gewitter und wie entstehen Blitze?
Zielgruppe: Schüler_innen der Stufen 7-9
Fachbereich: Physik, Chemie, Biologie
Dauer: 4 Stunden
Kosten: keine
Insekten
Bei diesem Workshop erlernen die Schüler*innen nicht nur Wissenswertes rund um das Thema Insekten sondern auch den fachgerechten Umgang mit den Tieren.
Details
Insekten – sie besiedeln die ganze Welt und sind in nahezu allen Lebensräumen anzutreffen. Trotzdem ist die artenreichste Klasse der Tiere bis heute nicht allumfassend erforscht und birgt so manche Rätsel. Auch unseren SchülerInnen sind diese Lebewesen, die in so unterschiedlicher Erscheinung auftreten, eher fremd. Durch den drastischen Rückgang der Artenzahl von Insekten scheint es umso dringlicher, das Augenmerk auf sie zu richten und sich ihrer unverzichtbaren Stellung in der Natur bewusst zu werden. Neben der Arterhaltung von Pflanzen durch die Bestäubung dienen sie als Futterquelle für zahlreiche Tiere. Nicht zuletzt sind sie auch als Destruenten von großer Bedeutung für das ökologische Gesamtsystem unserer Welt und könnten in naher Zukunft vermehrt auch als Nahrungsquelle dienen.
Hier lernen die Schüler unter anderem den Umgang und das Arbeiten mit Lupe und Mikroskop, das Anfertigen wissenschaftlicher Zeichnungen, das Beobachten der lebenden Insekten und das Protokollieren anhand eines Ethogramms. Komplettiert wird der Workshop mit dem Terrarienbau für Grillen und Wüstenheuschrecken. Bei diesem Projekt steht somit neben den Lerninhalten auch der Umgang mit lebenden Tieren im Vordergrund.
Zielgruppe: Schüler_innen der Stufen 7-9
Fachbereich: Biologie
Dauer: 4 Stunden
Kosten: keine
Astroprojekt "Suche nach der Erde 2.0"
Unter Verwendung von Analogieexperimenten gehen die Schüler_innen auf die Suche nach einer zweiten Erde in den Weiten des Weltraums. Im Schülerlabor beschäftigen sie sich dabei mit spannenden Fragen zu extrasolaren Planeten.
Details
Folgende Fragen stehen im Raum: Wie ist es möglich, solch "kleine" Planeten, die ihre Bahnen um einen Stern ziehen, zu entdecken? Wie kann man die Zusammensetzung der Atmosphäre solch extrasolarer Planeten untersuchen, um auf das Vorkommen von Sauerstoff schließen zu können? Welche Eigenschaften eines extrasolaren Planeten müssen bekannt sein, um die Oberflächentemperatur zu bestimmen?
Die Reihe zur Astronomie gliedert sich in eine Vorbereitung (in der Schule) und dem eigentlichen Tag im Schülerlabor. Bei der Vorbereitung handelt es sich um ein E-Learning, wobei hier die Inhalte "Finsternisse im Sonnensystem" und "diverse Lichtspektren" thematisiert werden. Insbesondere basteln die Schüler_innen ihr eigenes Spektroskop, welches auch beim eigentlichen Besuch im Schülerlabor genutzt wird.
Beim Besuch im Schülerlabor erarbeiten die Schüler_innen anhand von 5 Stationen (jeweils 30 Minuten) die spannende Theorie zur Suche nach extrasolaren Planeten. Eine Beschreibung der Stationen, aus denen die Lehrkraft wählen kann, finden Sie hier.
Zielgruppe: Schüler_innen der Stufen 7-9
Fachbereich: Physik
Dauer: 4 Stunden
Kosten: keine
Aquaponik
An verschiedenen Stationen beschäftigen sich die Schüler*innen eigenständig u.a. mit der Frage woher unser Essen kommt, Problemen der aktuellen Landwirtschaft, Aquakulturen, Hydroponik, Aquaponik, Wasserparametern, Stickstoffkreislauf, Nährstoffmangel und nachhaltiger Ernährung.
Details
Bei diesem Experimentiertag geht es um nachhaltige Nahrungsgewinnung am Beispiel der Aquaponik. Im ersten Teil des Experimentiertages geht es um die Erarbeitung der Problemstellung und einer Einführung in die Problematik der globalen Ernährung bei steigendem Bevölkerungswachstum und den Herausforderungen des Klimawandels und den damit verbundenen Folgen.
Im zweiten Teil geht es dann um die Erarbeitung von Lösungen bzw. Maßnahmen, um diesen Herausforderungen begegnen zu können. In dem Rahmen wird die Aquaponikanlage in das Zentrum des Experimentiertages gesetzt. An verschiedenen Stationen beschäftigen sich die Schüler*innen eigenständig u.a. mit der Frage woher unser Essen kommt, Problemen der aktuellen Landwirtschaft, Aquakulturen, Hydroponik, Aquaponik, Wasserparametern, Stickstoffkreislauf, Nährstoffmangel und nachhaltiger Ernährung.
Zielgruppe: Schüler_innen der Stufen 7-9
Fachbereich: Biologie, Bildung für nachhaltige Entwicklung
Dauer: 4 Stunden
Kosten: keine
Fassadenbegrünung
Mit städtischem Grün gegen Hitze in der Stadt: Fassadenbegrünung!
Ziel ist, den Schüler*innen die Auswirkungen des Klimawandels auf urbane Räume aufzuzeigen und die Potentiale des städtischen Grüns am Beispiel von Fassadenbegrünung als klimawandelangepasste Maßnahme zu vermitteln.
Details
Der Schüler*innen-Projekttag greift das Thema thermisches Nutzenpotential von Fassadenbegrünung auf und zeigt, wie der Transfer aus der fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Forschungspraxis in die Schule gelingen kann, um Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als ein Querschnittsthema von Schule zu vermitteln.
Die „Behauptung“, Pflanzen - also das städtische Grün - tragen zur Abmilderung der Auswirkungen des Klimawandels in urbanen Räumen bei, wird von den Schüler*innen in einem angeleiteten forschenden Prozess (Forschendes Lernen) eigenständig untersucht. Dabei werden Experimente im Zentrum stehen, mit denen die Schüler*innen selber die Eigenschaften von Pflanzen mittels Sensoren untersuchen (z. B. Effekte bezüglich Temperatur, Verschattung, Transpiration/Verdunstungskälte, CO2).
Zielgruppe: Schüler_innen der Stufen 7-10
Fachbereich: Biologie, Erdkunde, Bildung für nachhaltige Entwicklung
Dauer: 4 Stunden
Kosten: keine